Holger Ahrens
Zertifizierter Projektmanagement-Fachmann GPM/IPMA Level D
Google Apps Change Management (Apps 400)
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Wir alle haben die richtigen Fehler gemacht,
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Marcus Hampel
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Ich spreche "Flüchtling"

Marcus spends quite a lot of time on the train. During one of these train rides he was asked to take a 12-year-old boy from Afghanistan with him. This encounter moved Marcus very much and made him write this article. He wishes that more people would make use of the opportunities their smartphone offers. Like searches on the internet and translations.    

In der ganzen Thematik rund um die Situation unserer Flüchtlinge - mir ist es ehrlich gesagt ziemlich egal ob politisch, wirtschaftlich oder religiös motivert - fehlt mir das Praktische, das buchstäblich jede und jeder leisten kann und doch leicht übersieht: Kontakt aufnehmen, fragen, sprechen. Mit Hilfe des Smartphones ist uns das allen möglich.

Jeder von uns hat eine wertvolle Ressource bei sich, die wir jederzeit nutzen können, um unmittelbar zu helfen - unsere Smartphones. Das durfte ich heute morgen erneut in anderem Zusammenhang lernen. Da es mir nahe ging, hier meine kleine Geschichte, wie dank alltäglicher Technik das Leben besser wurde. Zumindest für ein paar Minuten Bahnreise.

In Hamburg wurde mir von der Flüchtlingshilfe am Bahnhof ein kleiner Junge anvertraut. Ali, Afghane, zwölf Jahre alt, alleine auf dem Weg nach Stuttgart und spricht ausschliesslich - was eigentlich? Ob ich Sorge tragen könne, dass er einen Platz findet und die Reise antritt? Klar, das ist keine große Sache! Kind an die Hand, Platz gesucht, fertig. Schafft jeder von uns.

Nun aber was tun, wenn Sie kein Persisch sprechen (eine von zwei Amtssprachen Afghanistans, wie man auf Wikipedia auch mobil nachschlagen kann)? Dann ist es eine ziemliche Ochsentour, einem Zwölfjährigem, der komplett übermüdet ist, zu erklären, dass Stuttgart rund sechs Stunden weit entfernt liegt. Oder mehr als fünfzehn Stops. Also was tun? Der Junge hat Sie nämlich schon emotional adoptiert, weil Sie ihm bereits einmal geholfen haben und schaut Sie nun mit großen Augen an - antworte mir!

Vor Verlegenheit griff ich zum Smartphone.

Ich griff vor Verlegenheit zum Smartphone. Da kam mir der Gedanke! Genau, ich nutze jetzt einfach die als rudimentär, als schlecht, als unzureichend bezeichneten Übersetzungsdienstleistungen im Internet. Was glauben Sie, wird Ihnen ein Kind für Ihren pragmatischen Ansatz dankbar sein oder lachen, weil Ihre Internet-Seite nicht Futur 3 korrekt gebildet hat?

Also, Telefon an, Wikipedia auf, (hätte auch eine Weltkarte sein können, wenn ich nicht durch Zufall gewusst hätte, welche Sprache in etwa in Betracht kommt), Übersetzungsdienst (in meinem Fall der von Google) an und auf Deutsch getippt: “Hallo!”.

Screenshot Chromebook

Ein Beispiel von vielen: der Übersetzungsdienst von Google

Und ich sage es Ihnen ehrlich, es ist mir in so einer Situation herzlich egal, ob man im persischsprachigen Raum “Hallo!” als zu intim empfindet oder nicht - ich weiß es ganz einfach nicht. Mir ging’s um Zupacken, da sind mir als aus Westfalen Stammenden, Sohn zweier nach dem Krieg geflohener Familien, ruppiger Pragmatismus näher als sprachliche Finessen.

Strahlende Augen

Was ich aber weiß: Ich war vielleicht seit Stunden der erste, der mit dem Kind in Kontakt treten konnte. So schlecht konnte es nicht gewesen sein, mein “Flüchtling”-Sprech, wie mir strahlende Augen verrieten. “Es ist weit.” und “Es dauert noch lange” schienen auch nicht so schwer zu lesen gewesen zu sein - wir kamen gut zurecht, vor allem mit dem Fahrplan der Bahn im Internet als Ergänzung. Auch Zwölfjährige aus anderen Kulturkreisen sind mit dem Konzept Personentransport gut vertraut, da sollten wir Erwachsenen aus Deutschland uns nicht zu wichtig nehmen!

Screenshot Galaxy S4

Mit dem Smartphone lassen sich Sprachbarrieren überbrücken.

Schnelle Hilfe dank Smartphone

Fasse ich mich an der Stelle kurz. Dank oftmals verschriehener Technik war nun schnelle Hilfe da, wo alle anderen nur rätselten. Daher meine Bitte an Sie - zücken Sie Ihr Smartphone! Übersetzen Sie “Hallo!” oder “Brauchen Sie Hilfe?”. Kurze Sätze, die schafft die dümmste Seite zu übersetzen und Sie helfen damit unglaublich weiter. Versuchen Sie verschiedene Einstellungen, manchmal sind Sprachen eng miteinander verwandt. Es geht rasend schnell und Sie haben drei oder vier Übersetzungen versucht. Damit werden Sie helfen. Mehr als Sie vielleicht im ersten Moment denken. Und berichten Sie anderen von der unglaublichen Macht, die in unseren Handyhüllen auf ihre wirkliche große Stunde wartet.

In Münster musste ich tippen: “Ich steige nun aus”. Ali schaute mich groß an. “Gott schütze Dich!”

 

 

 

Marcus Hampel ist Geschäftsführer und Mitgründer von plus3trainings, einem Unternehmen spezialisiert auf Changemanagement und Training rund um kollaborative Software-Lösungen wie Google Apps for Work, Insightly und Podio. Seine Schwerpunkte liegen auf den Themen Change Management und Training.
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