Produktivität mit Gmail steigern: schneller und effektiver Mails managen

Von |2026-01-18T23:17:40+01:002023-02-01|Kategorien: Best Practice, Google Workspace|Tags: , , , , , |0 Kommentare

Gmail aus Google Workspace bietet neben den Standard-Funktionen eines E-Mail-Programms viele weitere Möglichkeiten, um Mails schnell und effektiv​ zu verarbeiten. Wir geben in diesem Artikel Einblicke und Empfehlungen, mit welchen Methoden und Verfahren Sie entspannter mehr in weniger Zeit​ mit dem E-Mail-Programm erledigen können.

Nichts muss, alles kann – Veränderung leicht machen!

In unseren Trainings für Gmail und bei der Begleitung der Umstellung auf Google Workspace mit Workshops und Schulungen sehen wir immer wieder, wie anstrengend – aber auch hilfreich – es ist, sich auf Neues einzulassen. Probieren Sie die vorgestellten Funktionen einmal aus! Schon nach mehrfachem bewussten Gebrauch gehen sie in Fleisch und Blut über, wenn Sie für Sie persönlich einen Mehrwert bieten.

  • Wie kann man in Gmail Mail zurückstellen?
  • Wie kann man Mails zurückstellen für eine Wiedervorlage?
  • Archivieren oder Löschen?
  • Wie werden Mails als wichtig markiert?
  • Kann man Mails mit Filtern automatisch archivieren?
  • Gibt es Vorlagen in Gmail?
  • Welche Arten und Ansichten des Posteingangs gibt es?

Wichtiges und Dringendes auseinanderhalten: Das Eisenhower-Prinzip und der „Sortierte Posteingang

Arbeitet man nach dem Eisenhower-Prinzip​, kann man seine Aufgaben und eingehenden Nachrichten in 4 Quadranten einordnen und so effektiv mit ihnen umgehen.

  1. Wichtiges + Dringendes: sofort angehen
  2. Wichtiges + nicht Dringendes: für später zurückstellen
  3. Dringendes + nicht Wichtiges: delegieren
  4. nicht Dringendes + nicht Wichtiges: ignorieren

Die Einordnung kann man elegant und automatisch Gmail überlassen. In Verbindung mit den Sternen und dem gelben Wichtig-Markierer, der automatisch lernt, was dem Nutzer wichtig ist, bietet der Sortierte Posteingang drei anpassbare Bereiche, in denen Mails angezeigt werden:

  1. Wichtig und ungelesen
    Darum sollte man sich unbedingt kurzfristig kümmern.
  2. Markiert
    Konversationen mit einem Stern gelten als zurückgestellt. Durch verschiedene Sterne und Symbole kann man differenziert markieren.
  3. Alles andere
    Hier finden sich alle Projekte, Kollegen und Nachrichten die man mit niedriger Priorität alle ein bis zwei Tage sichten kann sowie alles, was nicht (mehr) in die oberen Bereiche passt. Also schon gelesen wurde und keine Stern-Markierung hat.

Profis nutzen die Einstellungen des Sortierten Posteingangs, um einen vierten Bereich für ein Label hinzuzufügen. So behält man konkrete Systeme, Kunden oder Projekte direkt im Posteingang im Blick.

In den Schnelleinstellungen unter „Art des Posteingangs“ findet man die Option „Sortierter Eingang“.

Der Wichtig-Markierer ist Teil des Sortierten Posteingangs. Um ihn auch in der Standardansicht zu aktivieren, geht man im Reiter „Posteingang“ der Einstellungen zu „Wichtigkeitsmarkierungen:

Im Reiter „Posteingang“ der Einstellungen fügt man an dritter Position bei „Sortierter Eingang“ über „Optionen“ einen weiteren Bereich hinzu. Über „Weitere Optionen“ kann man sogar Mails mit einem konkreten Label einblenden.

Im ersten Reiter „Allgemein“ der Einstellungen aktiviert man unter „Sterne:“ 1 / 4 / Alle Sterne oder stellt sich per Drag’n’Drop eine individuelle Reihe zusammen.

Schnell zur Hand: Standard-Mails in Vorlagen speichern

Muss man immer wieder die gleiche Mail an Kunden und Kollegen schreiben, bietet es sich an, mit den Vorlagen in Gmail zu arbeiten. Sind sie aktiviert, findet sich im 3-Punkte-Funktionsmenü der Neuen Mails eine neue Funktion; da kann man dann Vorlagen einfügen / neu erstellen / löschen. Neben dem kompletten Inhalt eines E-Mail-Entwurfs speichert man auch den Betreff für später.

Klassische Datei-Anhänge können nicht mit der Vorlage gespeichert werden, dafür aber Links zu Dateien in Google Drive.

Profis und Teams nutzen für gemeinsame Vorlagen und deren Abstimmung den neuen Smartchip-Baustein „E-Mail-Entwurf“ in einem Google Textdokument. So kann man kollaborativ gemeinsam Empfängerliste, Betreff und Inhalt bearbeiten und dann versenden oder für später hinterlegen.

Zeit sparen durch weniger Entscheidungen: Archivieren vs. Löschen und Zero Inbox

In klassischen E-Mail-Systemen mit begrenzter Speicherkapazität muss man oft Zeit aufwenden, um zu entscheiden, ob eine Mail gespeichert oder gelöscht werden soll. Das ist eine enorme Verschwendung von Arbeits- und Lebenszeit, rechnet man pro Mail auch nur 10 Sekunden für das Abwägen.

In Google Workspace haben Mitarbeiter nahezu unendlich viel Speicherplatz in der Cloud für ihre Informationen und E-Mails. Dadurch kann man Nachrichten einfach „archivieren“ und spart viel Zeit im Entscheidungsprozess, wie mit (abgearbeiteten) Mails umgegangen werden soll.

Archivierte Mails finden sich später immer einfach wieder über

  • die Suche
  • das Systemlabel „Alle E-Mails“
  • vergebene Labels
  • Links in Tasks oder Notizen oder Dokumenten.

Je nach Philosophie kann man seinen Posteingang „zulaufen“ lassen, ihn als To-do-Liste betrachten oder das Prinzip „Zero Inbox“ umsetzen und den Posteingang komplett leer machen.

Von der Diskussion zum Live-Dialog: Mail-Konversationen zu Video-Terminen​ machen

Langwierige E-Mail-Diskussionen kann man schnell zu einem Ende führen, indem man „den Kanal wechselt“ und aus einer Konversation einen Kalender-Eintrag mit Meet-Videocall macht.

Zwei in einem: Senden und  Archivieren

Vielschreiber navigieren schnell und elegant mit der Tastatur durch Gmail und erledigen E-Mails in Bestzeit. Mit dem zusätzlichen Button „Senden und Archivieren“ kann man sich ebefalls Klicks und mehrere Schritte sparen. Beantwortete Mails werden dann in einem Zug versendet und aus dem Posteingang entfernt.

Manchmal kommen Sie wieder: Zurückstellen / Wiedervorlage und Tasks von Mails

Was man nach dem Eisenhower-Prinzip nicht sofort erledigen möchte, kann man delegieren oder im Posteingang belassen. Dort wird es aber irgendwann eng und unübersichtlich; Zero Inbox wird schwierig. Da bietet es sich an, mittels „Zurückstellen“ Mails im Posteingang bis zu einer festgelegten Zeit auszublenden.

Wer Mails gern in Verbindung mit einem Task im Kalender sehen möchte, kann sie über die Funktionsleiste oder per Drag’n’Drop in die Tasks in der rechten Tool-Leiste ziehen.

Keine Anhänge mehr: Dateien als Link

Das große Thema in und um Google Workspace mit all seinen Tools ist „Kollaboration“. Wann immer möglich, sollte man in Google Drive gespeicherte Dateien und Dokumente in Mails verlinken. Das geht als Link zur Datei hinter einem kurzen Text oder optisch ansprechend über „Datei aus Google Drive einfügen“ aus der unteren Funktionsleiste.

Mails verarbeiten: Filter​ für Automatisierung

Eingehende Mails können automatisiert bearbeitet werden, wenn man „Filter“ einrichtet. Auslöser dafür ist stets eine konkrete Suchanfrage, die man immer gut testen sollte. Wesentliche Funktionen, die man so realisieren kann, sind:

  • Automatisch Labeln:
    Kunden, Projekte und Systemnachrichten bekommen automatisch eine farbige Markierung.
  • Mails einordnen und retten:
    Wegen fehlender SPF- und DKIM-Einträge können Mails von Kunden im SPAM landen oder im Sortierten Posteingang nur unter „Alles andere“ eingeordnet werden. Mit einem Filter kann man Nachrichten „Immer als wichtig markieren“ und auch „Nie als Spam einstufen“.
  • Automatische Antwort:
    Ist das Add-on „Vorlagen“ aktiviert, kann man via Filter automatische Antworten an spezifische Absender versenden. Zum Beispiel Eingangsbestätigungen für eingegangene Unterlagen an die Alias-Adresse unterlagen@ oder individuelle Abwesenheitsnachrichten.

Profis nutzen Filter auch „rückwirkend“, um durch eine Suchanfrage selektierte Mails im Posteingang zu verarbeiten und mit weiteren Attributen zu versehen.

Alle eingerichteten Filter findet man in den Einstellungen im Reiter „Filter und blockierte Adressen“. Dort kann man sie bearbeiten, entfernen und für Kollegen exportieren.

Ganz ohne Maus: Tastaturkürzel

Mit der Zeit lernt man mehr und mehr Tastaturkürzel kennen. Das sorgt für schnelles Vorankommen und spart den Weg zur Maus. Durch das Markieren (x) mehrerer Mails (Cursor hoch/runter) und anschließende Archivieren (a) entsorgt man elegant nicht benötigte Mails aus dem Posteingang.

  • Navigation durch die Liste der Mails: Cursor hoch/runter
  • Auswahl einer Mail in der Liste: x
  • Archivieren ausgewählter/aktiver Mails: e
  • Neue Nachricht erstellen: c
  • Auf Nachricht antworten: r
  • Nächste/vorherige Mail zeigen: j/k
  • Mail senden: STRG + Enter
  1. Erweiterte Einstellungen, Tab „Allgemein“
  2. Tastenkürzel: aktivieren
  1. Aktivieren Sie in den Einstellungen unter „Erweitert“
    die „Benutzerdefinierte[n] Tastenkürzel“
  2. In den Einstellungen findet man nun den neuen Reiter „Tastenkürzel“

Mehr Platz zum Schreiben: Mail-Editor größer machen und verschieben

Das Schreiben von neuen Mails geht flink und kompakt im Entwurfs-Fenster von der Hand. Wer aber mehr Platz und Überblick braucht, geht via Doppelpfeil in den „Vollbild-Modus“. Ist beim Klick auf des Pfeilsymbol die STRG-Taste gedrückt, öffnet sich der Mail-Entwurf in einem neuen Fenster.

Profis halten STRG oder SHIFT bereits beim Klick auf „Schreiben“ gedrückt: die neue Mail öffnet sich dann gleich in einem eigenen Fenster oder Tab. Von da aus ist der Weg auf den zweiten Monitor nicht mehr weit.

Menschen im Blick: Das People-Widget

Bewegt man die Maus über den Namen einer Person in AN/CC/BCC, bekommt man im „People-Widget“ vielfältige Informationen und Aktionen angeboten. Das sind aktuell folgende:

  • Profilfoto
  • An-/Abwesenheit
  • Kontaktdaten und Links zu weiteren Systemen wie CRM
  • Aktivitäten für die Person:
    Neue Mail / Chat starten / Meet-Videocall starten / Termin einstellen

Mobile Mails wegwischen: Schnell archivieren oder zurückstellen

Unterwegs, in der mobilen Gmail App, mal den Posteingang aufräumen?! Das geht einfach mit einem Wisch aka „Swipe“ nach links oder rechts für Archivieren und Zurückstellen. So kann man entspannt unterwegs die Anzahl der Mails im Posteingang reduzieren. Die Wirkung sieht man in Echtzeit auch im Browser.

Profis lassen sich mobil nur „wichtige Mails“ in der Gmail-App anzeigen und reduzieren so die Störungen.

  1. Menü links öffnen
  2. Einstellungen ganz unten öffnen
  3. Allgemeine Einstellungen
  4. „Aktionen beim Wischen in E-Mails“
  5. Links/rechts entsprechen konfigurieren

Weitere Tricks und Tipps melden

Senden Sie uns Ihre Hinweise für besseres Arbeiten mit Gmail und Co.!
Einfach eine E-Mail an info@plus3trainings.eu senden.

Alle Bilder des Artikels

FAQ zu Google Workspace

Wie kann man S/MIME in Google Workspace nutzen?2024-07-13T22:55:13+02:00

Zum Signieren oder Verschlüsseln von Mails kann man in Gmail S/MIME Zertifikate einsetzen. Diese Funktionalität steht ab Google Workspace Enterprise zur Verfügung.

Das „Endnutzer-Zertifikat“ mit vertraulichem privaten und öffentlichen Schlüssel wird vom User als PKCS #12 Datei selbst, oder über eine API, in Gmail eingerichtet. Ausgehende Mails können dann signiert oder für einen spezifischen Empfänger, der ebenfalls S/MIME einsetzt, verschlüsselt werden. Als Empfänger prüft man die Gültigkeit eines Zertifikates über die E-Mail-Detail-Ansicht.

Die Verwaltung der S/MIME-Zertifikate wird von Google Workspace übernommen, der öffentliche Public Key automatisch bereitgestellt. Das generieren der Zertifikate und Schlüssel erfolgt durch Dritte.

Durch den Einsatz von personengebundenen S/MIME Zertifikaten wird die Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit elektronischer Kommunikation stark erhöht; je nach Technik, Vereinbarung oder rechtlichen Rahmenbedingungen können erforderliche Rechtsnormen einer klassischen Unterschrift erfüllt sein.

Aktivierte S/MIME-Zertifikate in Google Workspace ergänzen weitere E-Mail-Techniken wie SPF, DKIM und dmarc zur Validierung und Authentifizierung von E-Mails und Mail-Servern.

Weitere Informationen:

Welche Smartchips und Bausteine gibt es in Google Workspace?2024-07-13T22:59:07+02:00

Die Drive-Apps Text, Tabellen und Präsentationen aus Google Workspace erhalten immer mehr interaktive und dynamische Elemente. Mit diesen Smartchips kann man so Dokumente um Funktionen ergänzen. In Google Text fügen sich mehrere dieser Smartchips zu Bausteinen zusammen, die von Google – aber auch anderen – als Template vorgegeben werden können.

Smartchips in der Google Text App

Datum + Personen + Datei + Kalendertermin + Ort + Abstimmung + Stoppuhr + Timer + Variablen + Dropdown-Menü

Bausteine in der Google Text App

Die Kombination von Smartchips ermöglicht komplexere Elemente in Form von „Bausteinen“ in Dokumenten zu verwenden:

Besprechungsnotizen + E-Mail-Entwurf + Kalender-Entwurf + Codeblock + Produktroadmap + Genehmigungs-Tracker + Projektelemente + Tracker für Einführungsinhalte

Seit 2023-07 kann man Bausteine auch als Vorlage speichern

Smartchips in der Google Tabellen App

Person/Gruppe + Datei + Datum + Kalendertermin + Ort + Drop-down-Menü + Google Finanzen

Smartchips in der Google Präsentationen App

Weitere Informationen

Welche sind die Core-Applikationen von Google Workspace?2025-04-09T21:33:37+02:00

Je nach Variante von Google Workspace sind verschiedene Applikationen fester Bestandteil der Programm-Sammlung und unterliegen der SLA.

Im Wesentlichen gehören zu den Standard-Applikationen: Admin-Konsole + Classroom + Google Vids1 + Gmail + Google Kalender + Google Chat + Google Cloud Search2 + Google Docs + Google Drive + Google Formulare + Google Groups + Google Notizen + Google Meet + Google Tabellen + Google Sites + Google Präsentationen + Google Tasks + Google Vault2 + Google Voice3

Die Verfügbarkeit der Core-Apps ist unter www.google.com/appsstatus/dashboard/ einsehbar.

1Neu seit 2025
2nicht in allen Editionen
3zusätzlich buchbar

Artikel-Updates

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Über den Autor:

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Seit 2000 rund um Digitales aktiv, ist der Dipl.-Informatiker (FH) Holger Ahrens ab 2013 Trainer und Consultant für Google Workspace und berät zu vielfältigen Aspekten der Digitalisation in Organisationen und Unternehmen.
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